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Krankengeld trotz Kündigung

Wer an seinem letzten Arbeitstag krankgeschrieben wird, hat Anspruch auf Krankengeld. Und das, obwohl der Anspruch erst am Tag nach der Krankschreibung entsteht. „Wird ein Arbeitnehmer am letzten Tag vor dem Ende seines Arbeitsverhältnisses krankgeschrieben, haben Krankenkassen bis vor kurzem oft die Ansicht vertreten, dass sie in solchen Fällen nicht zahlen müssen“, sagt Claudia Ostwald vom SoVD-Beratungszentrum Osterholz-Scharmbeck. Das Bundessozialgericht hat nun klargestellt, dass auch eine Krankschreibung am letzten Arbeitstag für einen Anspruch auf Krankengeld ausreicht.

Gut für Michael L. Er hatte seinen Arbeitsplatz verloren, wurde am letzten Arbeitstag krank und schickte die Krankmeldung umgehend an seinen Arbeitgeber und an die Krankenkasse. „Dann wollte er sich arbeitslos melden, aber die Agentur für Arbeit sagte ihm, weil er krankgeschrieben sei, wäre man dort nicht für ihn zuständig“.     Die Krankenkasse wiederum verweigerte die Zahlung von Krankengeld, weil der Anspruch erst am Folgetag entstünde – und an diesem Tag war Michael L. bereits arbeitslos.  

„Es ist aber nicht richtig, dass man weder Arbeitslosengeld noch Krankengeld bekommt“, sagt Claudia Ostwald. Zu beachten sei nur, dass die Arbeitsunfähigkeit ärztlich bescheinigt und diese Bescheinigung bei der Krankenkasse vorgelegt werde. Betroffene können sich dort jetzt auf das Bundessozialgerichtsurteil (Aktenzeichen: B 1 KR 19/11 R) berufen und stehen nicht mehr ohne Krankengeld und ohne Job gleichzeitig da.

Achtung: Die Krankschreibungen vom Arzt dürfen auch bei langwierigen Erkrankungen keine Lücken aufweisen. Andernfalls geht der Anspruch auf Krankengeld verloren. Die Folgekrankschreibung vom Arzt muss bereits ausgestellt worden sein, bevor die alte abläuft.

Weitere Fragen zum Krankengeldanspruch sowie fachkundige Beratungen und Vertretung im Antrags- und Widerspruchsverfahren können für Mitglieder über das SoVD-Beratungszentrum erfolgen.

Das SoVD-Beratungszentrum befindet sich in der Schwaneweder Str. 5 in Osterholz-Scharmbeck (Tel.: 04791/50200, E-Mail: info@sovd-osterholz.de) Terminvereinbarungen können montags bis donnerstags von 9 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr getroffen werden.




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